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Altenheim St. Josef: AWO zieht sich zurück


Spiesen-Elversberg. „Natürlich ist man enttäuscht, wenn einem solch eine Botschaft überbracht wird“, war die erste Reaktion von Bürgermeister Reiner Pirrung als er am Wochenende aus einem Brief, überbracht vom stellvertretenden Landesvorsitzenden Horst Moser, erfuhr, dass sich die Arbeiterwohlfahrt aus dem Projekt „Ersatz für das Altenheim St. Josef“ zurückzieht. „Es schmerzt insbesondere deshalb umso mehr, als alle an dem Vorhaben Beteiligten noch am 12. Juli in einer konzertierten Aktionsrunde im Pfarrhaus bekräftigten miteinander im Gespräch zu bleiben. Eine Entscheidung des Gemeinderates sollte bis spätestens Ende September definitiv herbeigeführt werden“, gab Pirrung zu Protokoll. Nun aber hat die AWO sich vorzeitig aus dem Vorhaben verabschiedet und dies damit begründet, dass „offensichtlich [...] ein gedeihliches Miteinander in dieser Frage nicht möglich ist“ (O-Ton AWO). In der Sondersitzung wurde kontrovers diskutiert. Es wurden die eventuell zu erwartenden Nachteile für die Zivilgemeinde angesprochen (die Medien berichteten bereits darüber), wobei es insbesondere um die künftige städtebauliche Entwicklung an dieser exponierten Stelle ging, aber auch um den vom Umweltministerium signalisierten Verlust von größeren Summen an Fördergeldern aus dem Fonds „Soziale Stadt“. Bürgermeister Pirrung sah es als seine Pflicht an, auf diese Risiken dezidiert hinzuweisen und notfalls alternierende Lösungen ins Auge zu fassen, heißt es aus dem Rathaus. Im Übrigen hätten sowohl das Land als auch die Leitstelle des Landkreises signalisiert, es gebe speziell in Spiesen-Elversberg eine Überversorgung an Pflegeplätzen. Rund 1200 stünden derzeit im Kreis zur Verfügung, lediglich für zirka 900 bestünde Bedarf, schrieb der Landrat erst vor wenigen Tagen an einen Betreiber in der Nachbarschaft.

 Was war konkret geplant?

Für das marode Altenheim St. Josef wollte die AWO einen Ersatzbau an der Straße „Im Kircheneck“ unmittelbar neben der St. Ludwigskirche platzieren. Das Haus sollte mindestens 47 ältere Menschen aufnehmen können, damit es wirtschaftlich geführt werden kann. Dazu wäre ein sehr großer Gebäudekomplex notwendig gewesen, der den bisherigen Vorgaben der Planungen für die Spieser Dorfmitte an dieser Stelle diametral entgegengestanden hätte. Eine umfassende Bebauungsplanänderung wäre notwendig gewesen. Wie bekannt wurde, hat man der AWO Alternativstandorte angeboten, ja es wurde Ihr sogar das Angebot unterbreitet, verschiedene neue Wege in der Seniorenbetreuung in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Kreis zu gehen. Sie hat dies in allen Verhandlungen ohne Wenn und Aber abgelehnt. „Mir geht es, ebenso wie der Pfarrgemeinde und der CTT, um die jetzigen 26 Bewohner und die Mitarbeiterinnen des St. Josef-Heimes“, sagte Pirrung, „deshalb müssen wir schnell handeln und vertretbare Lösungen bis zum Jahresende finden. Ich selber habe über das Wochenende Kontakt zu verschiedenen Verhandlungspartnern aufgenommen. Und vielleicht gelingt es ja mit einem von diesen eine moderne, am künftigen Wohnbedürfnis der Senioren Spiesen-Elversbergs orientierte Variante umzusetzen!“