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Spiesen-Elversberger Tage der Literatur


Herbstzeit ist Lesezeit. Saarländische Autoren stellen ihre Bücher vor.

In Spiesen-Elversberg findet wieder der LeseHerbst – die HerbstLese statt: spannende und gruselige Geheimnisse oder polnische Zeitgeschichte bis hin zu aktuellen politischen Fragen werden als Themen genauso angeboten wie vertraute Kindheitserinnerungen und Biografien.

Sören Meng

Am Donnerstag, dem 19. Oktober 2017, starten die Literaturtage mit Sören Meng. Der Landrat des Landkreises Neunkirchen, der neben seinem politischen Amt noch als Autor tätig ist, stellt sein aktuelles Buch „Mei Geheischnis" vor. Alltägliche Dinge, die einem beim Ausräumen eines Hauses in die Hände fallen. Eintauchen in die Vergangenheit, in eine Vertrautheit als Kind. Nichts Großes, eher kleine Gesten und Gewohnheiten, die dem Leben im Alltag Sinn geben. Dinge, die für sich sprechen. Mei Geheischnis, ein authentisches Buch, das Fluchten in die Vergangenheit zulässt, das einlädt, sich zu erinnern. Ein Buch, das das Geheischnis jedes Einzelnen erwecken kann. Die Lesung wird musikalisch begleitet von Nino Deda

Eintritt frei!

Hans Bollinger

Weiter geht’s am Dienstag, dem 24. Oktober 2017um 19 Uhr im Heimatmuseum Spiesen.

Hans Bollinger, Pädagoge, Musiker, Schulleiter, Volkssänger, lebt im Saarland an der französischen Grenze und bereist seit nun 40 Jahren Polen. Seit 1976 mit einer Polin aus Schlesien verheiratet, kennt er Polen besser als seine deutsche Heimat. Nun hat Hans Bollinger auf Drängen vieler Freunde seine Erlebnisse auf den zahllosen Reisen in 40 Jahren durch Polen aufgeschrieben und in einem Buch mit dem Titel „Unterwegs in Polen" veröffentlicht. Der Untertitel lautet: Begegnungen mitMenschen, ihrer Geschichte und Heimat.

Es ist eine Hommage an Polen, an ein Land mit seinen Menschen und Landschaften. Ein Land, das drei Teilungen miterleben musste, das praktisch ausradiert war, das immer ein Spielball zwischen Ost und West war. Aber auch ein Land, dessen Menschen immer wieder aufbegehrt haben, für Freiheit gekämpft und es verstanden haben, ihre Identität zu bewahren.

Die Lesungen mit Hans Bollinger werden von ihm selbst durch Lieder umrahmt.

Eintritt frei!

Elke Schwab und Klaus Brabänder

Zwei Autoren aus der Region, Klaus Brabänder Elke Schwab, sorgen für doppelte Spannung im Sitzungssaal der Gemeinde Spiesen-Elversberg amMittwoch, dem 8. November 2017 um 19 Uhr. Elke Schwab stellt ihren Krimi „Mord ohne Grenzen" vor, Klaus Brabänder seinen Band „Mitgift". Musikalisch begleitet wird das Programm von Tanja Endres-Klemm.

Elke Schwab, bekannt als die „Queen of Crime" des Saarlandes, geht bei „Mord ohne Grenzen" erstmals über Ländergrenzen. Es ist ein Krimi mit interessanten Charakteren, beeindruckenden Naturschauspielen, kulinarischen Leckerbissen und einer nervenzerreißenden Geschichte voller Überraschungen.

Elke Schwab, in Saarbrücken geboren und in Saarlouis aufgewachsen, ist Pferdenärrin, liebt die Natur und hat viele Jahre im Sozialministerium im Bereich Altenpflege gearbeitet. Seit 2000 tummelt sich die Saarländerin auf dem deutschen Krimi-Markt. Zwischen den Reihen um Kommissar Kullmann & sein Team und der Reihe um Baccus Borg hat sie unter anderem auch einen Kinderkrimi und viele Kurzgeschichten veröffentlicht. „Mord ohne Grenzen" ist bereits die 16. „kriminelle" Veröffentlichung der Saarländerin. Alle spielen in der Region oder haben unmittelbaren regionalen Bezug.

Klaus Brabänder liest aus seinem Kriminalroman „Mitgift". Es ist der vierte Band mit lokalen Bezügen aus der "Schwarzen Reihe" der Edition Schaumberg. Klaus Brabänder setzt mit diesem Kriminalroman die beliebte Reihe um Kommissar Joachim Schaum fort. Mit von der Partie sind wieder die Bewohner vom Köppchen und der sizilianische Wirt Mico aus seiner Stammkneipe. Was anfangs nach reiner Routine aussieht, entwickelt sich zu einem hoch komplizierten Fall,
„Mitgift" verspricht spannende Unterhaltung mit einem Schuss Humor und saarländischer Lebensart.

Klaus Brabänder, in Neunkirchen geboren und von Beruf Bauingenieur, hat mehrere Kriminalromane veröffentlicht.

Eintritt frei!

Michael Friemel

Der 1974 in Saarbrücken geborene Michael Friemel hat nach dem Abitur BWL studiert und im Anschluss zunächst als Produktmanager für eine große deutsche Brauerei an deren Werbekampagnen getüftelt.

Seit 1996 ist Friemel Moderator zahlreicher Radio- und Fernsehformate, darunter bis heute die Sammlerbörse „Flohmarkt" und das Magazin „Wir im Saarland", der Reisesendung „Da will ich hin!" Außerdem leiht Friemel seine Stimme zahlreichen Dokumentationen bei arte, ARD, ZDFneo und ist die Trailerstimme des SR-Fernsehens.

Synchronstimme für zahlreiche Dokumentationen bei arte, ARD, ZDFneo

Trailerstimme des

zunächst als Produktmanager für eine große deutsche Brauerei an deren Werbekampagnen getüftelt.

Irgendwann kam es dann ganz anders …

Michael Friemel erhielt außerdem den Columbus-Preis in Bronze für die Sendung „Bad Gastein, da will ich hin!" und 2014 den Columbus-Preis in Gold für „Wien, da will ich hin!". Michael Friemel liest am Dienstag, dem 14. November 2017, 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses, aus seinen Büchern „Friemeleien" und „ZWO".


Eintritt frei!
Leseprobe "Die magischen Augen von Stonehill"

Vorwort

Es gibt immer zwei Wahrheiten.
Wenn man von einer Begebenheit hört, erfährt man immer nur einen Teil von dem, was geschehen ist. Man hört das, was der Erzähler für wichtig hält, und so, wie der Erzähler es erlebt hat.Wenn der Nächste die gleiche Geschichte erzählt, hört man vielleicht etwas ganz anderes. Obwohl beide dasselbe erlebt haben. Deswegen ist es schwierig, zu entscheiden, wem man glaubt, denn jeder ist davon überzeugt, seine Geschichte ist die richtige.
Gibt es also überhaupt eine wahre und eine falsche Geschichte?
Ich finde, es ist nicht wichtig, ob eine Geschichte wahr ist oder falsch.
Wichtig ist, dass es Geschichten
gibt.
Es spielt keine Rolle, ob ihr am Ende dieses Buches den Kindern aus Stonehill glaubt oder den Erwachsenen.Ich erzähle euch die Geschichte so, wie die Kinder sie erlebt und mir erzählt haben, denn ihre Version hat noch niemand gehört, und sie ist viel spannender als die der Erwachsenen.
Und genauso wahr.
Mindestens.
Und so fing alles an:Vor einiger Zeit bekam ich Post von meiner Freundin Christine. Sie wohnt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Stonehill, einem kleinen Städtchen im Osten Amerikas. Leider sehen wir uns sehr selten, denn Amerika ist weit weg, aber E-Mails schreiben wir uns oft. In ihrer letzten Mail hatte Christine von einem ungewöhnlichen Vorfall berichtet.

Du glaubst es kaum: Bei uns ist an Silvester eingebrochen worden. Die Einbrecher haben den gesamten Schmuck mitgenommen. Das Geld, den Fernseher und die Computer haben sie seltsamerweise stehen lassen. Aber das Unglaublichste ist, dass diese Einbrecherbande am gleichen Abend den ganzen Ort bestohlen hat!

Das Gute daran ist, schrieb Christine, dass sie
jetzt in Stonehill keine Angst mehr vor Einbrechern zu haben brauchten. So was passiert einem ja bestimmt nicht zweimal im Leben.Das fand ich höchst interessant. Aber nicht nur Christine hatte mir geschrieben. Ein paar Tage später bekam ich ein Päckchen von ihrer Tochter Lucy. In dem Päckchen lagen ein dickes Heft mit vollgeschriebenen Seiten und folgender Brief:

Ich schreibe Dir, weil Du Kinderbücher schreibst, und Du lachst bestimmt nicht, wenn Du die wahre Geschichte über den Einbruch liest. Alle sagen, das, was wir Kinder aus der Maple Street über die Sache mit den Einbrechern erzählen, kann nicht so gewesen sein und dass wir uns getäuscht haben müssen. Wir haben uns aber nicht getäuscht, sondern es war genau so, wie wir es gesehen haben! Ich habe Dir die Geschichte dazugelegt, und Du kannst mal gucken, ob sie gut ist, vielleicht wird ja mal ein Buch draus. Da sind auch Zeitungsartikel dabei, wo so ein Blödsinn drinsteht, dass einem schlecht wird. Damit Du mal siehst, was Erwachsene so alles schreiben, obwohl es gar nicht stimmt. Wir Kinder finden, es ist nur fair, wenn unsere Geschichte auch gelesen wird. Ich habe Dir alles genau so aufgeschrieben, wie es wirklich war. Es steht alles in dem dicken Heft.
Ganz liebe Grüße,
Deine Lucy

Ich weiß nicht, was in Stonehill wirklich passiert ist. Aber ich finde, Lucy hat recht. Warum soll das, was die Kinder glauben, nicht genauso wichtig sein wie das, was die Erwachsenen glauben? Und deshalb könnt ihr jetzt Lucys Geschichte lesen.

1. Über Stonehill

Niemand hätte es für möglich gehalten, dass die Burrows es schaffen würden, unsere ganze Stadt an der Nase herumzuführen. Es war das Spektakulärste, was je in Stonehill geschah, sogar spektakulärer als die Fast-Beerdigung von Mrs Bedingshire, die gar nicht tot war und von innen an den Sarg geklopft hat, als der Pfarrer gerade die Grabrede hielt. Der Sohn von Mrs Bedingshire und ein paar andere Gäste machten den Sarg auf, und Mrs Bedingshire wurde ins Krankenhaus gebracht. Zwei Tage später war sie wieder die Alte und saß fröhlich am Kopfende des Tisches, als alle gemeinsam das Beerdigungsessen aufaßen.
Mein großer Bruder Jeremy sagt, dass ich meine Geschichten ruhig aufschreiben soll, weil in Büchern auch Sachen drinstehen dürften, die nicht wirklich passiert sind. Er ist zwar erst sechzehn, aber genau wie die Erwachsenen in unserer Stadt tut er so, als ob die Burrows ganz normale Menschen gewesen wären und Cleopatra eine normale Katze.

Aber das stimmt nicht.
Es war alles ganz anders.

Der Tag, an dem alles begann, war der zehnte Oktober.Es war ein ganz gewöhnlicher Herbsttag in Stonehill. Draußen fegte der Wind durch die Bäume, und gelbe und orange Blätter segelten auf den Boden. Drinnen, in unserer Küche, war die übliche Morgenhektik im Gang. Mama machte Frühstück, und mein kleiner Bruder David packte seine Kindergartentasche. Er stopfte Kekse und unseren Goldfisch Dr. Watson hinein. Jeremy nahm Dr. Watson wieder raus und brachte ihn in seine Goldfischglaskugel zurück. Mein Zwillingsbruder Tim aß wie jeden Morgen seine Cornflakes und machte beim Kauen mit offenem Mund so einen Krach, dass ich ihn anstupste und die Milch aus der Schüssel schwappte.Während meine Mutter fluchte, dass vier Kinder am Morgen vier zu viel sind, machte sich mein Vater auf den Weg zur Arbeit. Er arbeitet, wie fast alle hier in Stonehill, in einem Berg und schlägt Edelsteine aus den Felsen. In den Hügeln um Stonehill gibt es nämlich eine Menge Quarze, die man aber erst mal aus den Hügeln rausklopfen muss, bevor sie zu Edelsteinen geschliffen werden können und schließlich glitzern und glänzen. Dann werden sie an Goldschmiede verkauft, die daraus Ketten und Ohrringe und anderen Schmuck machen. Alle, die die Steine aus den Hügeln klopfen oder schleifen oder verkaufen, bekommen den Schmuck billiger, und deswegen sehen alle Frauen in Stonehill aus wie geschmückte Weihnachtsbäume auf zwei Füßen. Das Einzige, was in Stonehill noch fehlt, sagte mein Vater, ist ein Edelsteinmuseum. Dann würden Leute von überallher kommen, um sich die Edelsteine anzusehen, und sie würden die glitzernden Edelsteine kaufen wollen, und dann verdient Papa mehr Geld, und wir kriegen einen Swimmingpool in den Garten.

Bisher kam niemand hierher, denn niemand will wirklich zusehen, wie Leute mit großen Schutzbrillen im Berg stehen und mit großen Hämmern in den Fels hauen. Ein Museum zu bauen ist aber irre teuer, sagte mein Vater. Wenn Stonehill eine Stadt wäre, hätte die Stadt genug Geld für so ein Museum. Für eine Stadt fehlten uns aber noch eine Handvoll Leute. Es ist nämlich so, dass aus einem Ort erst dann eine Stadt wird, wenn darin mindestens fünftausend Leute wohnen. Und in Stonehill wohnten damals nur viertausendneunhundertfünfundneunzig. „Wenn der Tag kommt, an dem aus Stonehill eine Stadt wird, fresse ich einen Besen", sagte meine Mutter, denn jedes Mal, wenn ein paar Kinder zur Welt kamen und wir fünftausend Einwohner gewesen wären, starb garantiert kurz davor irgendwer, und es war wieder nichts mit der Stadt und dem Geld und dem Museum.

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich von so was Langweiligem überhaupt erzähle, aber es ist deswegen wichtig, weil es wegen der Burrows dann schließlich doch eine Stadtfeier gab und an jenem Tag das Spektakulärste passierte, was je in Stonehill geschehen war.

An diesem Morgen wusste aber noch niemand, dass heute die Geschichte beginnen würde, von der man in Stonehill wahrscheinlich in hundert Jahren noch spricht. Wie ich schon sagte, es war ein ganz gewöhnlicher Herbsttag.Als Tim und ich endlich aus dem Haus kamen, warteten die anderen schon auf uns. Die anderen Kinder aus der Maple Street, das sind Annie Clover, Owen Cline, Evan Carter, Tina Westermann und Jenny Garner. Jenny Garner ist meine Cousine und außerdem meine beste Freundin. Manchmal ist es Tina Westermann, aber nur dann, wenn Jenny mal wieder eine ihrer Launen hat. „Habt ihr den Text über die Geschichte von Stonehill gelesen?", fragte Jenny. Das war unsere Hausaufgabe für heute gewesen. Wir sollten nämlich ein wenig mehr über Stonehill erfahren, hatte unsere Lehrerin gesagt, aber da gab es nicht viel zu lesen. Der Text füllte gerade mal zwei Seiten in unserem Schulbuch. „Ja", sagte Evan, „aber ich bin dabei eingeschlafen. Ich wette, nirgendwo auf der Welt ist es so langweilig wie hier."
Er wusste ja nicht, wie unrecht er hatte.

2. Viola

Noch bevor die erste Schulstunde begann, war es in unserer Klasse schon richtig rundgegangen.
Jimmy Woods hatte sich mit Evan Carter geprügelt,Owen Cline hatte Mallory Lesters Wasserfarbkasten von ihrem Pult geklaut und mithilfe von Tom Severin auf dem Klassenschrank versteckt, und Jeannie Pitts heulte wie ein Schlosshund, weil Annie Clover „Pitbull, Pitbull" gerufen und dazu gebellt hatte wie ein Hund.Irgendwann kam unsere Lehrerin Mrs Hersham hereingeschossen. Sie nahm das große Lineal, das neben der Tafel hing, und schlug damit so fest auf den Tisch, dass es sich durchbog.
„Ich mache Kleinholz aus euch", brüllte sie, „und damit baue ich eine Wallfahrtskirche!"
Das wirkte. Niemand wollte als Holzstückchen in der Wand einer Wallfahrtskirche enden, und dass Mrs Hersham aus uns Kleinholz machen
würde, daran bestand kein Zweifel.
Mrs Hersham war groß und kräftig, und auch ihre hellrosa Kleidung konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie alles andere als harmlos war.
„Sie sieht aus wie ein
Marshmallow", hatte Owen Cline damals gesagt, als Mrs Hersham zum ersten Mal in ihrem hellrosa Mantel in unser Schulzimmer gedampft kam wie ein Schneepflug. Seitdem nannten wir Mrs Hersham heimlich Marshie. Marshie konnte richtig wütend werden, und wir verstummten alle augenblicklich, als Marshie sich vorne am Pult aufbaute wie ein über dem Feuer aufschäumendes Marshmallow.
„Ich muss noch mal ins Lehrerzimmer", verkündete Marshie. „Wenn ich zurückkomme, ist hier alles tipptopp in Ordnung. Wer auch immer es war, der den Wasserfarbkasten auf den Schrank gelegt hat, holt ihn runter und gibt ihn zurück. Und Annie, wenn ich dich noch einmal bellen höre, bringe ich dich höchstpersönlich ins Tierheim. Hunde gehören nicht in meine Klasse."
Marshie lässt keine Gelegenheit aus, uns daran zu erinnern, dass Tiere in unserer Klasse nicht erwünscht sind. Das hat einen guten Grund, aber davon erzähle ich später.

Etwas Besonderes über dieses Buch

Zu dem fiktiven (= ausgedachten) Ort "Stonehill" gibt es ein reales (= wirkliches) Vorbild:
Das Örtchen Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Das ist von meinem Heimatort nur etwa 40 Kilometer entfernt und ich war als Kind oft mit meiner Familie dort, um genau wie die Erwachsenen in Stonehill Edelsteine aus den Felsen, die die Stadt umgeben, zu schürfen.
Hier könnt ihr euch mehr zu Idar-Oberstein und seiner Edelsteinmine ansehen:
Edelsteinmine Idar-Oberstein

Werner Weckler

Der Spieser Autor Werner Weckler stellt am Dienstag, dem 21. November 2017, 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, sein neues Buch „Das Quartett" vor. Weckler war bereits während seiner Zeit als Chemotechniker Mitautor des Fachbuches »Chemie als Experimental-Show«. Seine private Schreibtätigkeit begann 1990 im Redaktionskreis »Unser Echo. Nach seinen Büchern „Der Wunderstab" und „In den 1940er Jahren – Kindheit im Dorf Spiesen" hat er nun einen spannenden Krimi mit raffinierter Handlung geschrieben. In seinem Buch „Das Quartett" greift Weckler tief in die Trickkiste der Chemie und verblüfft den Leser mit seinen ausgefeilten und durchaus realistischen Tatmethoden.

Eintritt frei!





Filmvortrag über Ludwig Harig

Am 23. November 2017 wird im Sitzungssaal des Rathauses der Filmvortrag „Ludwig Harig, Weltpoet aus Sulzbach" vorgestellt. In einer Dokumentation veranschaulichen Prof. Dr. Karl Prümm (Buch und Regie) und Herbert Stang (Kamera, Ton und Schnitt) das Werk des 1927 in Sulzbach geborenen und dort lebenden Autors Ludwig Harig, der zu den herausragenden literarischen Vertretern seiner Generation gezählt wird, die so klangvolle Namen wie Günter Grass, Martin Walser, Siegfried Lenz und Hans Magnus Enzensberger aufzuweisen hat.

Im ersten Teil „Ludwig Harig - Weltpoet aus Sulzbach" wird die Entwicklung des Autors von den experimentellen Anfängen in den 1950er Jahren bis hin zu seinen autobiographischen Romanen seit 1984 nachgezeichnet, mit denen er ein großes Publikum erreichte. Zahlreiche Ausschnitte aus Fernsehsendungen des Saarländischen Rundfunks, das Ludwig Harig stets sorgfältig und engagiert begleitet hat, ergeben eine fesselnde Chronik seiner literarischen Karriere.

Der Autor ist als mitreißender Rezitator seiner Texte und als leidenschaftlicher Erklärer seiner Poetik zu erleben, die um die Kernbegriffe „Spiel" und „Experiment" kreist. Darauf spielt auch der Begriff „Weltpoet" an. Ein eigenes Kapitel ist den spezifischen Schreibtechniken gewidmet, die Harig seit frühester Jugend beständig verfeinert hat. Ausgewiesene Experten erläutern die Grundzüge des umfangreichen Werks, die Kontexte und die Wirkungen seines Schreibens.

Mit seiner Romantrilogie „Weh dem, der aus der Reihe tanzt", „Ordnung ist das ganze Leben" und „Wer mit den Wölfen heult", hat Ludwig Harig seine eigene Geschichte und seine Verwicklungen in nationalsozialistisches Gedankengut literarisch verarbeitet. Bemerkenswert ist, dass er sich - im Gegensatz zu anderen Autoren - zu seinen Verstrickungen bekannt und sich der Erinnerungsarbeit ausgesetzt hat.

Eintritt frei!

Heiko Maas

Bundesjustizminister Heiko Maas präsentiert im November sein neues Buch "Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen rechts." In seinem engagierten und sehr persönlichen Buch entlarvt Heiko Maas die Methoden der neuen Rechten: wie sie Ängste schüren, Untergangsstimmung verbreiten und rassistisches Denken salonfähig machen wollen, wie sie sich jeder sachlichen Auseinandersetzung verweigern – und wie sie das Internet als Propagandamaschine nutzen.

Ein Politiker, der dem Schutz unserer demokratischen Kultur verpflichtet ist, darf zu diesen Entwicklungen nicht schweigen. Maas hält dagegen: klar, streitbar, konstruktiv. Er zeigt nicht nur, dass die Rechtspopulisten keine tragfähigen Lösungen für die Probleme unserer Zeit bieten, sondern auch, wie wir der neurechten Stimmungsmache und dem Jargon der Verrohung mit guten Argumenten und mit einer konsequent ruhigen und sachlichen Sprache entgegentreten können.

Eintritt frei!